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Was heißt Schutz ohne Überwachung? Was Eltern trotzdem sehen können
Kurz gesagt
Schutz ohne Überwachung heißt: Ein Filter sperrt Webadressen, bevor eine Seite lädt. Er liest keine Nachrichten, macht keine Screenshots und kennt keine Seiteninhalte. Ob trotzdem eine Liste besuchter Adressen entsteht, hängt vom Werkzeug ab. Bei AdGuard Home auf eurem eigenen Rechner ist ein Protokoll standardmäßig an, lässt sich aber abschalten. Stand: 23.10.2026.
Offenlegung: Wir verkaufen die Anleitung des Internet-Schutzschilds. Der Filter sperrt Adressen am Router, für die Geräte in eurem WLAN. Was ihr seht und was nicht, besprecht ihr mit eurem Kind.
Internet-Schutzschild holenDas könnt ihr heute tun
- Entscheidet zu zweit, ob ihr überhaupt eine Liste der aufgerufenen Adressen haben wollt. Das dauert fünf Minuten.
- Haltet fest, was ihr einseht und was nicht, damit euer Kind es vorher weiß. Zum Mediennutzungsvertrag

Wenn ein Filter im Internet eures Kindes läuft, taucht schnell die Frage auf: Sehen wir damit auch, was es tut? Und wollen wir das überhaupt? Auf vielen Seiten steht „Schutz ohne Überwachung" und dann nichts weiter. Wir sagen es genauer.
Was heißt Schutz ohne Überwachung?
„Überwachung“ meint in der Praxis drei verschiedene Dinge. Wer sie trennt, entscheidet leichter.
| Was passiert? | Beispiel | Beim Internet-Schutzschild bzw. DNS-Schutz? |
|---|---|---|
| Filtern: Eine Adresse wird gesperrt | Eine Seite für Erwachsene lädt nicht | Ja, das ist der Kern |
| Protokollieren: Eine Liste der aufgerufenen Adressen entsteht | „Gestern 21:40 Uhr: Plattform X aufgerufen" | Hängt vom Werkzeug ab |
| Mitlesen: Inhalte werden sichtbar | Chats, Fotos, Suchbegriffe in der App | Nein, DNS sieht keine Inhalte |
Der Grund für die dritte Zeile: Ein Filter, der Webadressen sperrt, arbeitet beim Übersetzen von Namen in Zahlenadressen (so erklärt es JusProg für seinen DNS-Dienst). Er bekommt die Adresse, nicht das, was danach auf der Seite oder in der App passiert. Chats in Messengern sind damit außerhalb seiner Reichweite.
Unser Rat in zwei Sätzen: Entscheidet vorher, ob ihr überhaupt eine Liste der aufgerufenen Adressen braucht, und sagt eurem Kind, was ihr seht und was nicht. Die vier Empfehlungen dazu stehen unten.
Welche Werkzeuge ein Protokoll führen und wie ihr es abschaltet, zeigt die Tabelle unten. Der Internet-Schutzschild nutzt den öffentlichen Server von AdGuard DNS Family. Dort entsteht laut Datenschutzerklärung kein Nutzerprotokoll, mit eigenem AdGuard-Konto kann eines entstehen.
Im Detail
Hinweis: Dieser Artikel stammt von NUNIVIA
Wir verkaufen den Internet-Schutzschild. Er nutzt für den Kinderschutz den kostenlosen Filterdienst AdGuard DNS Family. Deshalb nennen wir auch das, was an unserem eigenen Weg nicht unsichtbar ist. Alle Angaben zu Fremdangeboten stammen von deren eigenen Seiten (Abrufdatum unten).
Was Eltern trotzdem sehen können
Ein Filter muss nichts aufzeichnen, aber manche tun es. Die Tabelle zeigt, was bei den Wegen entsteht, die wir kennen. Stand: 23.10.2026, laut Herstellerseiten.
| Werkzeug | Was entstehen kann | Standard | So begrenzt oder schaltet ihr es ab |
|---|---|---|---|
| AdGuard Home (eigener Server im Heimnetz) | Query-Log mit den aufgerufenen Adressen je Gerät (nach IP-Adresse), dazu Statistik | Laut Quellcode: Log an, Aufbewahrung 90 Tage, Statistik 1 Tag | Log und Statistik getrennt abschaltbar, Aufbewahrung einstellbar, einzelne Geräte lassen sich vom Log ausnehmen (Konfigurationsdokumentation) |
| Internet-Schutzschild (Standardweg: öffentlicher Server family.adguard-dns.com) | Kein Nutzerprotokoll bei euch; AdGuard speichert laut Datenschutzerklärung nur Zahlen und eine anonyme Liste der letzten 24 Stunden ohne Nutzerbezug. Mit optionalem eigenem AdGuard-Konto: Dashboard-Protokoll | Öffentlicher Server: immer so | Nichts einzustellen; das Konto-Protokoll ist abschaltbar |
| Eigenes AdGuard-Konto (privates AdGuard DNS) | Protokoll im Dashboard: Status und Inhalt der Anfragen, Gerätenamen, Datum; auf Wunsch anonymisierte IP | Laut Datenschutzerklärung wird das Protokoll für das Dashboard gespeichert | In den Kontoeinstellungen abschaltbar, Dauer der Speicherung einstellbar (Datenschutzerklärung) |
| JusProg (iOS-App) | Laut JusProg kein Protokoll darüber, was euer Kind aufruft, Domains werden anonymisiert abgefragt | Immer so | Nichts einzustellen. Für Windows, Android und JusProgDNS haben wir keine Angabe abgerufen |
| Apple Bildschirmzeit, Google Family Link | Nutzungszeiten und Aktivitäten; bei Family Link auch Standort | Je nach eingerichteter Funktion | Prüft in den Familien-Einstellungen, welche Anzeigen aktiv sind |
| Fritz!Box-Kindersicherung | k. A. | – | Schaut in den Einstellungen eures Routers nach |
k. A. = keine Herstellerangabe auf den abgerufenen Seiten gefunden. Das heißt nicht, dass die Funktion fehlt.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Gerade der Weg mit den meisten Einstellmöglichkeiten, der eigene Server, protokolliert standardmäßig am meisten. Das ist die Voreinstellung der Software, kein Fehler. Zweitens: Wer den Internet-Schutzschild mit einem eigenen AdGuard-Konto verbindet, bekommt dort ein Dashboard. Dann entsteht ein Protokoll, das ihr abschalten könnt.
Was wir euch raten
Das ist unsere Einschätzung, keine Vorschrift.
- Entscheidet vorher, ob ihr ein Protokoll braucht. Wenn nicht, schaltet es ab. Was nicht entsteht, kann auch niemand aus Neugier nachschauen.
- Schaut anlassbezogen, nicht nebenbei. Eine Liste „aus Gewohnheit" durchzugehen wirkt schnell wie Misstrauen. Ein konkreter Anlass, etwa eine gesperrte Seite, ist ein besserer Grund. Etwas anderes ist ein Überblick, den ihr mit eurem Kind vereinbart habt: Wenn es weiß, dass ihr zum Beispiel sonntags gemeinsam gemeinsam anseht, was in der Woche gesperrt wurde, ist das Begleitung. Heimlich Adresslisten durchzugehen ist es nicht. Wie so ein Überblick aussehen kann, steht in Wie viel Einblick ist okay?.
- Sagt eurem Kind, was ihr sehen könnt. Zum Beispiel so, ohne Protokoll: „Wir sehen nicht, was du aufrufst. Ist eine Seite gesperrt, die du brauchst, sag es uns, dann schauen wir gemeinsam." Und mit Protokoll: „Wir sehen gesperrte Aufrufe und sprechen dann mit dir darüber, nicht hinter deinem Rücken." Das nimmt Heimlichkeit raus. Eltern begleiten, nicht bespitzeln.
- Haltet es schriftlich fest. Im Mediennutzungsvertrag steht, welche Regeln gelten und was ihr einseht. So wissen alle, woran sie sind.
Der Filter ist dabei nur die eine Hälfte. Er setzt Grenzen im Heimnetz, aber er erklärt nichts. Die andere Hälfte ist Begleitung im Alltag: miteinander reden, Regeln gemeinsam festlegen, gute Gewohnheiten aufbauen. Erst beides zusammen trägt.
Wie ein Filter überhaupt funktioniert und wo er an Grenzen stößt, erklärt der Artikel Internet-Schutzschild oder App-Sperre. Die Wege im direkten Vergleich zeigen Internet-Schutzschild, JusProg oder AdGuard Home und Kindersicherung: Fritz!Box, Internet-Schutzschild oder App.
Quellen und Abrufdatum (alle am 23.10.2026 abgerufen)
AdGuard Home: Konfigurationsdokumentation (Abschnitte querylog, statistics, Geräteeinstellungen), Standardwerte laut Quellcode (config.go). AdGuard DNS: Datenschutzerklärung vom 06.08.2024. JusProg: iOS, JusProgDNS. Apple: Kindersicherung einrichten. Google: Family Link. Standardwerte können sich mit Updates ändern; wir prüfen diesen Artikel alle drei Monate. Nächste Prüfung: Januar 2027.
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